War On Drugs - I Was There (live)

Als eine der ganz wenigen ihrer Generation gelingt es der Band um Adam Granduciel, einen Sound zu kultivieren, für den das Wort “zeitlos” ausnahmsweise mal keinen abgeschmackten Baustein von Promosheets und daraus abgeschriebenen Rezensionen darstellt. Ganz einfach, weil der Begriff hier nicht im Sinne von “anti-modern” zu verstehen ist, sondern eine Musik beschreibt, die klingt, als wäre sie nicht zu irgendeinem Zeitpunkt entstanden, sondern immer schon dagewesen. Vor dem inneren, konditionierten Auge sieht man zwar beim Hören der Songs endlose Highways und die Weite der Prärie passieren, im Grunde genommen könnte der Ort des Geschehens aber auch jeder andere in diesem Universum sein. Beständig aufs Tempo drückend und weniger in sich gekehrt als zuletzt noch bei Ex-Mitglied Kurt Vile, zerschmelzen, fließen, mäandern klassische Songstrukturen aus Gitarre, Baß, Schlagzeug und gelegentlichen Harmonica-Einlagen hier durch eine warme Ursuppe aus Noiseschleifen. Granduciels unweigerlich an Dylan oder manchmal auch Bono Vox erinnernder Gesang wirkt dabei stets unentschlossen, ob er sich nun von der Wucht der Wall Of Sound treiben lassen oder gegen sie anstemmen soll... Hier ein Livemitschnitt aus dem Magnet in der Falckensteinstraße.