The Men

Was das Time Out magazine ironisch als "Thurston Moore & The E-Street Band" bezeichnete, sind THE MEN, die schon immer dagegen waren, sich nach den Regeln der Punk-Subgenres zu richten. Stattdessen hat sich die Band in den letzten drei Jahren über alles von Hardcore-Punk über Psych und Shoegaze bis Black Metal und Folk hergemacht und das nicht nur mühelos, sondern auch makellos. Mit „Open Your Heart“ haben die fünf US-Amerikaner nun ein stilistisch vielfältiges Album vorgelegt. Darauf wird vor allem eines deutlich: Durch ihre muntere Plünderei quer durch die Rockgeschichte stechen THE MEN als Eminenzen der Szene und tatsächliche Plattensammler aus dem sonstigen Pöbel des PUNK hervor. Das aktuelle Album attestiert nämlich, daß die wahren Qualitäten der New Yorker anderswo liegen. So wäre ihre dargebotene Stilbreite nur halb so überzeugend, wenn sich zwischen den Frontmännern Mark Perro und Nick Chiericozzi nicht auch eine ähnlich weite Flexibilität unterschiedlicher Gesangsrollen aufspannte, ob wüst brüllend („Animal“), sentimental (im countryhaften „Candy“) oder eindringlich flehend („Please Don’t Go Away“). Die Booking Agentur Puschen brachte THE MEN kürzlich in den Festsaal Kreuzberg in Berlin. Hier ein Live-Mitschnitt…