Luigi Ontani

Luigi Ontani, geboren 1943 in der Nähe von Bologna, hat sich vor Jahrzehnten entschieden, sein Leben der Kunst zu widmen, mehr noch ein lebendiges Kunstwerk zu sein und die Grenzen zwischen der Existenz als Mensch und der Existenz als Kunstwerk aufzuheben. Ähnlich radikal wie seine Künstlerkollegen Cindy Sherman oder Matthew Barney gelingt Ontani dieser Spagat. Eine Ausstellung im Castello di Rivoli, einem Museum für zeitgenössische Kunst bei Turin, präsentiert den Künstler zur Zeit mit einer Retrospektive, kuratiert von Andrea Bellini. Ontanis Liebe gilt dem Symbolismus und der Mythologie. Eigentümliche Skulpturen und Keramiken nehmen den Farbrausch des italienischen Designs des späten 20. Jahrhunderts auf und kolorierte Fotografien erinnern in ihrer opulenten Eleganz an das Werk von Filmemachern wie Luchino Visconti oder Federico Fellini. Ontanis Mut zur Vereinnahmung von Camp, Humor, Kitsch, Pathos und Sex offenbart einen italienischen Sonderweg der Avantgarde.

Luigi Ontani, „The Living Boxes“, Castello di Rivoli – Museo d’Arte Contemporanea, Piazza Mafalda di Savoia, 10098 Rivoli/Torino, Italien, noch bis zum 15. Januar 2012