Am 31.12.2015 ist das beim Freistaat Bayern liegende Urheberrecht für Hitlers „Mein Kampf“ abgelaufen. Seitdem ist in Deutschland eine hitzige Debatte darüber ausgebrochen, wie der richtige Umgang mit dem „verbotenen Buch“ zu finden ist.
Die Einen, allen voran Horst Seehofer, sprechen von einer volksverhetzenden Schrift, die „Wir" im Hinblick auf unsere jüngere Vergangenheit nicht zugänglich machen dürfen. Nach Meinungen des Contra-Lagers müssen Maßnahmen und eine Gesetzgebung her, die den Verkauf und die mediale Verbreitung des Buches verhindert und unter Strafe stellt. Die Gerichte sollen entscheiden! Ein einfacher Weg, der die Konfrontation fürchtet.

Mit einer Gesamtauflage von 12 Millionen Stück allein in Deutschland, schlummern noch unzählige Exemplare auf Dachböden, in Kellern und stapeln sich auf den hiesigen Flohmärkten. Im Ausland wie den USA ist der Vertrieb gänzlich legal und wer im Netz sucht, stößt easygoing auf die E-Book-Version ohne Fraktur oder kann es sich bequem als Hörbuch vorlesen lassen. Die Zugriffszahlen gehen in die Hunderttausende. Wer Adolf lesen will, der kann und wird es auch!

Die Anderen wollen dem Mythos des Verbotenden entweihen. Sie bemühen sich um einen konstruktiven, kreativen Umgang mit einem Werk, das Deutschland auch heute noch aufrührt. Wir stellen euch hier anhand von drei Bespielen Leute vor, die diesem verstaubten Relikt klug und mutig entgegen treten.


Das Institut für Zeitgeschichte veröffentlicht zum Ablauf des Urheberrechts eine kommentierte Version von „Mein Kampf“. In einer Art Gebrauchsanweisung werden die wahren Absichten Hitlers hinterfragt und offensichtliche Lügen aufgedeckt.


Image titleErhältlich ab dem 08. Januar überall im Buchhandel
ISBN 978-3-9814052-3-1


Die Theatergruppe Rimini Protokoll suchen den direkten Dialog und inszenieren „Mein Kampf 1 & 2“ auf der Bühne des Hebbel am Ufer Berlin. Sechs unterschiedliche Charaktere erzählen von ihrer persönlichen Beziehung zum Buch.

Resttickets sind an der Abendkasse erhältlich 
Hier: HAU1, Stresemannstraße 29, Kreuzberg
noch vom 07.01. bis 10.01. jeweils um 20:00 Uhr


Eine humorvolle Herangehensweise an die Thematik versuchten auch die Macher der Satire „Er ist wieder da“.
Ob nun gelungen oder nicht, zu einer Glorifizierung der guten alten Zeit führt dieser Film sicher nicht.

Prädikat: Sehenswert