Im Interview: Jason Mraz

Vom Curbside Prophet zum Weltpropheten

Jason Mraz war mal Straßenmusiker. Heute ist er ein Superstar mit mehr als 11 Millionen Freunden auf Facebook. Er hat bisher zwei Grammys gewonnen und ohne Zweifel kommen da noch so einige hinterher. Jason Mraz ist aber auch ein surfender, langhaariger Hippie, der es liebt, im Garten hinter seinem Haus in San Diego zu arbeiten. Von den Worten runterzukommen, die er schreibt, damit andere sie lieben. Früher waren seine Texte verschachtelter, komplizierter und feiner. Heute sind seine Texte einfacher. Auf die Frage, was da passiert sei, sagte Jason, dass die alten Texte zu verkopft gewesen wären, er wolle Dinge schreiben, die die Menschen verstehen.

Alte versus neue Texte

Wenn also eine alte Textzeile hieß “Before the cool done run out I'll be giving it my bestest And nothing's gonna stop me but divine intervention I reckon it's again my turn to win some or learn some” (“I'm Yours”, 2005)

heißt sie heute: “I won't give up on us Even if the skies get rough I'm giving you all my love I'm still looking up” (“I Won't Give Up”, 2012)

Neues Album – Love is a Four Letter Word

Die Menschen verstehen diese Texte. Der Erfolg des kalifornischen Barden, der 2002 sein erstes Studioalbum Waiting for my Rocket to Come herausbrachte, gibt ihm Recht. 2012 ist sein viertes Album herausgekommen - Love is a Four Letter Word - ein Titel, der völlig ohne Ironie dieses Album schmückt. Keine Wortspiele, keine Feinheiten, einfach nur die Wahrheit.

Jason Mraz, Weltverbesserer

Jason sagt, er ist so etwas wie ein Multiplikator. Er multipliziert Liebe. Er hält sich fern von Wut und Ärger. Er ist Vegetarier, meditiert und macht Yoga. Er verbreitet auf seiner Website Tipps zum ökologisch besseren Leben. Er hat die Jason Mraz Foundation gegründet, die nicht einer guten Sache hilft, sondern neun, darunter der Befreiung von Sklaven weltweit. Und weil all diese Dinge beeindruckend sind und wahre Worte benötigen, verleiht Jason sie ihnen.

Freshmilk.TV hat Jason Mraz zum Interview getroffen und mit ihm über Shakespeare, Wut, Spiritualität und sein neues Album gesprochen. Vom Straßenmusiker zum spirituellen Medium zum Pop-Superstar – wir würden uns nicht wundern, wenn Herr Mraz bald auch über Wasser laufen kann.