Zum 66. mal...


...wird wieder einmal der rote Teppich ausgerollt. Vom 11.2. - 21.02.16 finden nämlich die internationalen Filmfestspiele in der Hauptstadt statt. Insider nennen sie auch: Die Berlinale. Hier feiern jedes Jahr um die 400 Filme ihre Welt - oder Europapremieren. In den verschiedenen Sektionen findet dafür jeder Film einen passenden Platz. In der SektionWettbewerb, zum Beispiel, kämpft der neue Film der Coen-Brüder um den goldenen Bären.„Hail, Caesar!“ heißt dieser und war zugleich auch Eröffnungsfilm der Filmfestspiele.

Die Handlung des Films spielt sich in einem Filmstudio Hollywoods ab, zur Zeit der 50er. Eddie Mannix, gespielt von Josh Brolin, ist das Mädchen für alles im ganzen Alltagschaos. Er kümmert sich um Ersatz, wenn Schauspieler ausfallen, dafür, dass ein Drehtag in der Wüste trotz Regen nicht nutzlos vergeht, aber auch darum, dass die Schauspieler in ihrem privaten Leben nicht abrutschen und dem Studio keine schlechte Presse liefern. Tatsächlich ist er der Babysitter für alle und wird vor allem dann vor eine Herausforderung gestellt, wenn einer seiner Stars (Baird Whitlock gespielt von George Clooney) entführt wird und die Erpresser 100 000 Dollar Lösegeld verlangen.

Trailer: Hail Caesar!


Das ist aber nur ein Film von vielen, der auf der Berlinale zu sehen sein wird. Die Sektion Forum beschäftigt sich dieses Jahr mit dem Thema Flucht und Vertreibung. Der Film And-Ek Ghes… handelt von einer Roma-Familie in Deutschland und „Les Sauteurs“ von einem malischen Flüchtling, der im Norden Marokkos vor einer gigantischen Grenzbefestigungsanlage ausharrt und hofft, die Zäune zu überwinden. Beide Filme wurden von den Machern so in Szene gesetzt, dass eben nichts in Szene gesetzt wurde. Die Charaktere und Hauptprotagonisten werden begleitet, und sie inszenieren selbst wie die Geschichte weiter geht. Nichts gestellt.

Trailer: Les Sauteurs


Trailer: And-Ek Ghes


Mein Favorit in der Sektion Forum ist aber der serbische Film Vlažnost in dem ein junger Serbe aus dem neureichen Milieu, im High-Society-Leben abtaucht. Eines Tages verschwindet seine Frau, allerdings wird das von ihm nicht thematisiert und er lebt sein oberflächliches Leben so weiter. Der Film zeigt eine kapitalistische Gesellschaft in der das Materielle überwiegt und Menschen eher zweitrangig sind. Frei nach dem Motto: „Ich habe alles was ich brauche, die anderen interessieren mich nicht.“

 

Trailer: Vlaznost

Filmvorführungen sind: Mo 15.2. / Di 16.02 / Mi 17.02 / Fr 19.02


Die Karten für einen Film kosten 12,50€ und finden immer an verschiedenen Locations statt - Friedrichstadt Palast, Delphi Filmpalast, CineStar und CinemaxX, Kino International, Haus der Berliner Festspiele, Berlinale Palast und noch ein paar mehr. Ist auf jeden Fall eine spannende Angelegenheit.

Um an Karten zu bekommen musst du dir auf der Berlinale Homepage einen account machen und zusätzlich dazu noch mal einen account bei Eventim um die Tickets zu bestellen, insofern du nicht vielleicht schon einen Eventim account hast. Klingt zwar kompliziert, geht aber klar. Bezahlen kann man übrigens auch nur mit Kreditkarte, was ich persönlich sehr unvorteilhaft finde. Nicht jeder hat eine Kreditkarte, weshalb man sich schon wieder unnötige Umstände machen muss. Im bekannten Kreis fragen kostet zwar nichts, aber es nervt halt doch ab. Tickets kann man aber auch an den Tageskassen erwerben. Eine Liste der Tageskassen findest du hier.

Zusätzlich zu den Filmvorführungen werden noch drei Sonderaufführungen stattfinden, die das Lebenswerk drei kurz verstorbener Künstler ehren. Da haben wir zum einen David Bowie und Alan Rickman, den viele vermutlich aus Harry Potter kennen, in dem er Professor Snapes gespielt hat und zum anderen Ettore Scola. Die Berlinale Kamera wird auch dieses Jahr wieder verliehen. Dabei geht es um Institutionen oder Filmpersönlichkeiten mit denen sich die Berlinale besonders verbunden fühlt oder ihren Dank ausdrücken möchte. Nominiert dafür sind Tim Robbins, Ben Barenholtz und Marlies Kirchner.